Unsere Ziele:

Die Arbeitsgemeinschaft der Rotmilanfreunde Lippe im Naturwissenschaftlichen und historischen Verein für das Land Lippe e.V. stellt in diesem Blog ihre Arbeit vor. In Lippe befindet sich ein Dichtezentrum der Rotmilanverbreitung. Die lippischen Rotmilane werden kartiert und erforscht, um einen optimalen Schutz zu ermöglichen.

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Frohe Weihnachten

Weihnachten steht vor der Tür. Das Jahr 2016 neigt sich dem Ende. Die Lippischen Rotmilanfreunde bedanken sich bei allen ihren Freunden, Unterstützern und Interessierten unserer Arbeit. Wir wünschen ein fröhliches Weihnachtsfest, Zeit für Ruhe und Besinnung, Gesundheit und viel Spaß und Freude im kommenden Jahr 2017. Möge vieles gelingen, was geplant oder erhofft wird. Wir werden weiter über den Rotmilan in Lippe, auf den Zugwegen und im Winterquartier berichten.
 

Montag, 5. Dezember 2016

Carlos auf Reisen

Im November erreichte aus Spanien die erste Winterbeobachtung eines lippischen Rotmilans. Es ist G1, genannt Carlos. Dazu schreibt Mara-Lena:
 
Im Herbst haben sich viele Rotmilane auf ihre Reise ins Winterquartier aufgemacht. Mit ihnen auch Carlos, der Rotmilan mit der Flügelmarke weiß G1. Diesen Winter wurde er am 18. November von Joan Rodríguez in Katalonien gesehen. Die genaue Beobachtung erfolgte in Penelles bei Lleida. Zusammen mit 130 weiteren Milanen hielt er sich in einer Pappelreihe auf. Schon im letzten Jahr, als Carlos das erste Mal ins Winterquartier flog, wurde er in der besagten Pappelreihe, bei Lleida gesehen. Dank den Rotmilan-Freunden und ihren Bemühungen zum Schutz dieser Tiere, können wir die Rotmilane bei ihren Wanderungen immer besser verfolgen. Carlos ist im letzten Jahr bei Brokhausen beringt worden. Schon den ersten Winter verbrachte er bei Lleida in Spanien. Diesen Sommer hielt sich Carlos wieder in der Umgebung von Brokhausen auf und begann den Winteraufenthalt, wie das Jahr zuvor in Lleida. Die Beobachtungen von G1 lassen darauf schließen, dass die Rotmilane sich auf ihren Reisen orientieren und eine ähnliche Reiseroute nutzen, wenn sie vom Sommerquartier ins Winterquartier fliegen. Um eine genaue Aussage darüber treffen zu können, hoffe ich, dass Carlos auch auf seinen weiteren Reisen von den Rotmilan-Freunden „begleitet“ werden kann.
 
Winteraufenthalte von Carlos
 

Wo sind die Nester des Rotmilans?

Der nachfolgende Text stammt von Tetiana Iliuk. Sie ist eine ukrainische Studentin aus Lutsk und ist über den Bad Salzufler Verein "Brückenschlag Ukraine e.V." nach Lippe gekommen. Zwei Wochen hat Tetiana in der Unteren Landschaftsbehörde hospitiert und sich dabei auch intensiv mit dem Rotmilan beschäftigt:
 
Im November sind Mara-Lena und ich in den Wald gefahren um die Horste von Rotmilanen zu suchen. In Lage-Billinghausen haben wir am 21.11.2016 zwei Horste gefunden. Das erste Nest war groß und ähnlich wie die von Rotmilanen aber wir wissen es nicht genau. Der Stammumfang des Baums ist ≈2,25 m. Wir haben die Koordinaten notiert und auch Fotos gemacht. Der zweite Horst ist nicht so groß. Der Stammumfang des Baums ist ≈1,54 m. Auch hier haben wir den Standort, also die Koordinaten aufgeschrieben. Wir suchen die Nester im Herbst und im Winter, weil im Sommer viele Blätter auf den Bäumen sind und es schwierig ist die Horste zu finden. Im Frühling wird an den Horststandorten eine Kontrolle stattfinden, damit wir wissen ob es wirklich Rotmilanhorste sind.
 
Tetiana (rechts im Bild) zusammen mit Mara-Lena
Vielleicht ein Rotmilanhorst
 

Dienstag, 8. November 2016

Vorfahrt für Kraniche

Unser Lippischer Rotmilanfreund ist in diesen Tagen häufiger zu Besuch beim Kranichrastplatz Diepholzer Moorniederung. Ende Oktober haben dort über 40.000 Kraniche Zwischenstation gemacht auf Zug ins Winterquartier. Bei Uchte machte er unfreiwillig, aber sehr gerne Halt: Eine größere Gruppe von Kranichen querte eine Birkenallee. Vermutlich sind die schmackhaften Früchte der Birken Grund dafür gewesen. Ein paar Aufnahmen, und unser Lippischer Rotmilanfreund konnte seine Fahrt fortsetzen.

Birkenallee bei Uchte mit Kranichen
Wachsame Verkehrsteilnehmer

Montag, 31. Oktober 2016

Ein Himmel voller Kraniche

Eine Kaltfront naht, in den nächsten Tagen soll es kälter werden. Jetzt Ende Oktober brechen dann jedes Jahr wieder tausende Kraniche an den deutschen Rastplätzen auf und ziehen Richtung Frankreich und Spanien. Ein großartiges Schauspiel am Himmel. Am vergangenen Samstag war es wieder soweit. Bei schönem Wetter konnte man über Ostwestfalen-Lippe sehr viele Keilformationen des Grauen Kranichs sehen und hören. Auch unser Lippischer Rotmilandfreund war wieder begeistert. Er zählte allein in Bielefeld am frühen Nachmittag über 3.000 Vögel, die an ihm vorbei Richtung Südwest zogen. Sie folgen damit den Rotmilanen, von denen bereits die meisten in ihrem Winterquartier sind.


Kraniche in Flugformation
Kreisende Kraniche...
...gewinnen langsam an Flughöhe
Windschattenflug ist energiesparend
Rastende Kraniche in der Diepholzer Moorniederung

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Auf der Suche nach dem "Wohnzimmer" der Rotmilane

Ich, Mara-Lena Burg studiere Landschaftsarchitektur und Umweltplanung in Höxter. Zurzeit verbringe ich das 5. Semester, mein Praxissemester, als Praktikantin beim Kreis Lippe in der Unteren Landschaftsbehörde. Ich interessiere mich für den Natur- und Artenschutz und freue mich, wenn ich etwas dazu beitragen kann. In meinem Praktikum habe ich gelernt, dass es einfacher ist eine Tierart zu schützen, wenn man möglichst viel über ihr Verhalten weiß. Deswegen sind Yuliia und ich gestern, ausgestattet mit einem Tablet, einem Maßband und Baum & Holz Signaturfarbe, durch Wellentrup spaziert und haben nach Rotmilanhorsten Ausschau gehalten. Wir wollen die Horste entdecken, und mit Hilfe von GPS, den Standort festhalten. Die Baumart, der Baumumfang sowie die Horsthöhe sollen ebenfalls bestimmt werden. Es war gar nicht mal so einfach, sich, mit nach oben gerichtetem Blick, durch den Wald zu bewegen - Achtung Stolpergefahr. Wenn der Wind nächste Woche noch ein paar Blätter mehr von den Bäumen geweht hat, werde ich mich noch einmal auf die Suche machen. Anhand der ermittelten Daten soll im Frühjahr überprüft werden, welche Horste erneut von einem Rotmilanpaar bezogen werden.  Diese Horste können dann besser überwacht und geschützt werden.
Ich bin Yuliia Kliamar komme aus der Ukraine und habe eine Möglichkeit ein Praktikum im Kreis Lippe in der Klimaschutzabteilung zu machen. Ich habe schon viel über den Klimaschutz in Deutschland gelernt und kann ihn  mit dem in der Ukraine vergleichen. Auch bei mir in der Ukraine kann man Rotmilane beobachten. Aber der Rotmilan ist bei uns ein sehr seltener Vogel. Im Westen der Ukraine und den ukrainischen Karpaten gibt es nur wenige Horste. Der Rotmilan steht in dem Roten Buch der Ukraine, ein offizielles Regierungsdokument. Dieses enthält eine Liste der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten der Ukraine. Deswegen ist es sehr wichtig diese Vögel und ihre Horste zu erkennen.

Mara-Lena und Yuliia in der Wistinghauser Senne
Yuliia auf der Adlerwarte Berlebeck
 
 


Montag, 17. Oktober 2016

Vogel des Jahres 2017

Der Waldkauz ist Vogel des Jahres 2017. Das haben jetzt Naturschutzbund Deutschland (NABU) und Bayrischer Landesbund für Vogelschutz (LBV) gemeinsam bekanntgegeben. Nach Steinkauz (1972), Schleiereule (1977) und Uhu (2005) wurde erneut eine Eulenart mit dieser Auszeichnung gekürt. Der Waldkauz ist eine mittelgroße Eule, lebt in Wäldern sowie Parks und Gärten mit alten Bäumen. Sein Bestand in Deutschland wird auf 45.000 bis 75.000 Brutpaare geschätzt. Wie alle Jäger der Nacht bekommt man auch den Waldkauz eher selten zu Gesicht, meist sind es seine Rufe, die auf seine Anwesenheit hinweisen. Ich selbst habe meinen ersten Waldkauz erst vor einigen Jahren in Reelkirchen, bei der tausendjährigen Kirchspiellinde, gesehen. Hier hatte er seinen Tageseinstand. Als ich ihm bei der Baumkontrolle zu nahe kam, ist er aufgeflogen und wurde sogleich von zahlreichen Dohlen mit Warnrufen beschimpft. Zum Glück sind auch die Zeiten vorbei, als der Waldkauz noch als Totenvogel galt und vom Menschen verfolgt wurde. Davon hat mir sogar meine Großmutter als Kind berichtet. Zugegeben, ein wenig unheimlich war das damals schon. Heute ist mir der Waldkauz sympathisch und ich freue mich mit ihm über die Auszeichnung.

Waldkauz in Reelkirchen